Pferde begleiten und faszinieren mich seit ich denken kann. Ich habe ihnen unheimlich viel zu verdanken, sie haben mich Geduld gelehrt, mir Ruhe und Kraft gegeben und mich zu einem großen Teil zu dem gemacht, wer ich heute bin. Pferde können uns so viel mehr geben, als wir denken, wenn wir nur bereit sind, zuzuhören und uns auf sie einzulassen. Ich bin jeden Tag dankbar, diese wundervollen Wesen an meiner Seite zu wissen.
Der Weg ist das Ziel...
...und jeder muss seinen eigenen Weg finden und gehen
Oft werde ich gefragt, welcher Weg in der Pferdeausbildung denn nun wirklich der richtig ist, wie es sein soll, wie es sich anfühlen muss. Ganz klar - es muss sich gut anfühlen, richtig anfühlen und Pferd und Mensch müssen sich wohlfühlen.
Dazu gehört in erster Linie, dass man dem Pferd zuhört, in es hineinfühlt und ihm die Möglichkeit gibt, sich äußern zu dürfen. Eine gute Ausbildung ist für mich immer pferdefreundlich, mit einer positiven Einstellung zum Pferd und immer bemüht, einen für das Pferd gewaltfreien, stressfreien und angenehmen Umgang zu finden. Dabei darf aber vor allem auch eine gute, gesunderhaltende Ausbildung nicht zu kurz kommen, denn dem Pferd nützt es nichts, wenn es noch so nett und pferdefreundlich behandelt wird, es aber aufgrund körperlicher Einschränkungen durch falsches oder mangelndes Training Schmerzen und Probleme hat.
Sicherlich ist es eine der schwierigsten Aufgaben in der Pferdeausbildung, den vorhandenen Widerspruch zwischen einem harmonischen und zwanglosen Zusammensein mit dem Pferd und gleichzeitig gezieltem, biomechanisch korrektem Training zu lösen. Man kann in beide Richtungen relativ schnell viel erreichen, wenn man das jeweils andere hinten anstellt. Beides zusammen unter einen Hut zu bekommen braucht viel Zeit und Geduld, weil man stetig Kompromisse eingehen muss, Wege finden muss, dem Pferd anstrengende Aufgaben so zu vermitteln, dass es trotzdem kein Zwang wird und man ganz viel zuhören und auch mal sein lassen muss.
Mein Fokus tendiert wohl mehr hin zu einem harmonischen und vertrauensvollen Miteinander, als zum reinen Training. Für mich funktioniert gutes Training nur dann, wenn ich dem Pferd so gut es mir möglich ist, auch Freude daran vermitteln kann und ihm die Möglichkeit gebe "mitzureden", sich zu äußern, wenn es sich unwohl fühlt und ich darauf eingehe und zuhöre. Auch wenn es uns bestimmt nicht immer perfekt gelingt - unsere Pferde spüren ganz genau, ob wir uns ehrlich bemühen und uns für sie anstrengen und das ist am Ende glaube ich auch das Wichtigste.
Auch wenn es sehr viel Zeit braucht und manchmal ein recht unkonventioneller Weg ist, bin ich froh, diesen Weg zu gehen und dankbar so viele tolle Pferde und Menschen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.