Trainingsbeispiele

Ich versuche so oft es geht die Trainingsfortschritte festzuhalten, in Form von Videos oder Bildern, natürlich auch für die Berittpferdebesitzer. Die Vergleiche sind nicht immer optimal, nicht immer ganz genau die selben Lichtverhältnisse und Untergründe. Aber trotzdem kann man die Entwicklung schön begleiten und beobachten, auch wenn es keine Profi-Fotos sind.

Auf dieser Seite findest du einige Beispiele von Berittpferden oder auch Schülerpferden, die sich so toll entwickelt haben, dass ich es einfach festhalten musste. Oft kann man schon in kurzer Trainingszeit tolle Erfolge erzielen, vor allem, wenn man bedenkt, wie sehr man dem Pferd zukünftig damit geholfen hat. Egal ob es dabei um eine stark ausgeprägte Schiefe, um ein sehr vorhandlastiges Gangbild oder einfach "nur" um die Verbesserung der Tragefähigkeit des Pferdes geht. 

Die Schiefe durch gezieltes Training verbessern

Die Schiefe des Pferdes ist ein sehr komplexes Thema und umfasst viele Bereiche. Oft wird die Schiefe mit der hohlen und nicht hohlen Seite benannt und nur daran festgemacht, wohin sich das Pferd besser biegen lässt. Dabei werden allerdings viele Punkte außer Acht gelassen und vor allem darf nicht vergessen werden, dass die meisten Pferde gar nicht mehr nur "natürlich" schief sind, sondern durch Verletzungen oder Erkrankungen eine erworbene Schiefe haben, die nicht in das Idealbild von rechts oder links hohl passt. Neben der bevorzugsten Abstellung in Genick und Hals betrifft die Schiefe vor allem die Belastung der Beine und die gesamte Stellung der Vor- und Hinterhand zueinander.

Fridolin, 14 Jahre, Freiberger

Fridolin ist kein Berittpferd, sondern "nur" bei mir im Unterricht. Dank der fleißigen Besitzerin konnte man nach gerade mal 10 Wochen Training schon tolle Fortschritte sehen. Nach innen rotierte Vorderbeine sprechen in der Regel für ein sehr vorhandlastiges Gangbild, was sich hier auch an der schmalen Brust widerspiegelt. Je nach Schiefe des Pferdes ist zudem häufig das lastige Vorderbein stärker nach innen rotiert.

Canela, 4 Jahre, Pura Raza Espanola

Gerade die ohnehin eher schmaleren Pferdetypen neigen bei vorhandlastigem Gangbild eher dazu, die Hufe der Vorhand nach außen zu drehen, dabei jedoch das lastige Vorderbein weniger, als das händige. Mit gezieltem Training kann man aber auch in diesem Fall schnell Fortschritte erzielen. Man sieht zudem schön, dass sie auch hinten gerader geworden ist und mit dem linken Hinterbein nun auch unter dem Körper stehen kann.

Sidal, 8 Jahre, Vollblutaraber

Sidal hatte eine recht deutliche ausgeprägte Schiefe in der Hinterhand, das ganze Becken war nach links verdreht. Sein linkes Hinterbein war zudem deutlich stärker bemuskelt als das rechte, was dafür spricht, dass er über eine längere Zeit das rechte Hinterbein entlastet hat. Da sich das muskuläre Ungleichgewicht nach kurzer Zeit Training deutlich verbessert hat und er keinerlei Anzeichen einer Lahmheit zeigte, kann man davon ausgehen, dass lediglich seine natürliche Schiefe Grund dafür war. Man sieht zudem schön, dass er nicht nur in sich gerade ist, sondern auch, dass er insgesamt deutlich aufgemuskelt hat. Zwischen den Bildern liegen 8 Wochen Beritt.

Trageschwäche & Training 

Egal, wie man es nennen mag, um der Belastung mit dem Reitergewicht ohne Probleme standzuhalten, ist gezieltes Training nötig. Das Pferd ist nunmal nicht zum Tragen gemacht. Das Problem ist allerdings, dass durch verschiedene Faktoren in der Zucht, Aufzucht und Haltung häufig nichtmal ungerittene Pferde in der Lage sind, ihr eigenes Gewicht kompensationsfrei zu tragen. Verspannungen, Überlastungen der Vorderbeine, Rückenschmerzen, aber vor allem auch Bewegungsunlust und ein gemindertes Allgemeinbefinden sind die Folge. Wir als Pferdebesitzer sind verantwortlich für das Wohl unserer Pferde und das beginnt schon lange vor dem Reiten und hört aber auch nicht auf, wenn wir unsere Pferde nicht mehr reiten (wollen).

Esel, 10 Jahre, Polnisches Warmblut

Ein wunderschönes Beispiel für Lebensfreude und positive Ausstrahlung durch Training. Esel hat so einige Baustellen, die ihm das Leben manchmal schwer machen. Er hat einen Atemwegsbefund, Arthrosen in der Halswirbelsäule und ist zudem sehr hypermobil. Eine Kombi, die nur mit viel Engagement der Besitzerin und sehr konsequentem Training in den Griff zu bekommen war. Umso schöner, dass er sich nun gern bewegt, sich gern präsentiert und keine Stress- und Schmerzanzeichen mehr zeigt.

Gigi, 9- und 12-jährig

Gerade die ohnehin eher schmaleren Pferdetypen neigen bei vorhandlastigem Gangbild eher dazu, die Hufe der Vorhand nach außen zu drehen, dabei jedoch das lastige Vorderbein weniger, als das händige. Mit gezieltem Training kann man aber auch in diesem Fall schnell Fortschritte erzielen. Man sieht zudem schön, dass sie auch hinten gerader geworden ist und mit dem linken Hinterbein nun auch unter dem Körper stehen kann.

Sunny, 15 Jahre

Sidal hatte eine recht deutliche ausgeprägte Schiefe in der Hinterhand, das ganze Becken war nach links verdreht. Sein linkes Hinterbein war zudem deutlich stärker bemuskelt als das rechte, was dafür spricht, dass er über eine längere Zeit das rechte Hinterbein entlastet hat. Da sich das muskuläre Ungleichgewicht nach kurzer Zeit Training deutlich verbessert hat und er keinerlei Anzeichen einer Lahmheit zeigte, kann man davon ausgehen, dass lediglich seine natürliche Schiefe Grund dafür war. Man sieht zudem schön, dass er nicht nur in sich gerade ist, sondern auch, dass er insgesamt deutlich aufgemuskelt hat. Zwischen den Bildern liegen 8 Wochen Beritt.

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